|
REHORULI-Übung 02: ShowThe8
Wer kleine Widrigkeiten nicht erträgt, verdirbt sich damit große Pläne. Konfuzius
In dieser (einfachen) Übung arbeiten wir ausnahmsweise ohne Ball. Die Aufgabe besteht darin, jeweils mit dem rechten und linken Zeigefinger eine „liegende Acht“ in die Luft „zu malen“. Diese Übung dient als Vorübung für REHORULI-Übung 3 und hat insgesamt eine sehr hohe Bedeutung – auch für alle folgenden Übungen – dazu später mehr.
Zuerst zeichnest Du eine „Liegende Acht“ mit dem Finger durch die Luft … an eine imaginäre Tafel. Erst mit der einen Hand, dann mit der anderen Hand!
Jetzt malst Du wieder eine „Liegende Acht“; allerdings mit beiden Händen zusammen. Die Hände hältst Du wie JONGLORO es Dir unten zeigt: Daumen und Zeigefinger aneinander … durch dieses Loch schaust Du während der Übung. Die „Liegende Acht“ zu Beginn groß (siehe Abbildung) und dann immer kleiner werdend. Mindestens zehn Umläufe sind wichtig. Diese Übung aktiviert die Nervenbahnen zwischen linker und rechter Gehirnhälfte.
Stell’ Dich mit leicht gegrätschten Beinen hin.
Zeichne dann eine liegende Acht – in der Mathematik das Zeichen für unendlich – in die Luft, erst mit der linken, dann mit der rechten Hand.
Halte den Kopf ruhig und folge dem Zeigefinger nur mit Deinem Blick.
Versuche die Acht so groß wie möglich zu machen, so dass Deine Augen sich möglichst viel bewegen müssen.
Lege dann die Hände zusammen (siehe Bild): Bilde mit beiden Daumen und Zeigefingern ein Loch, zeichne mit beiden Händen zusammen weiterhin Achten in die Luft und guck’ dabei durch die Öffnung, die Daumen und Zeigefinger bilden. Mach’ die Acht so gross wie überhaupt möglich, indem Du Dein Gewicht von der einen Seite zur anderen verlagerst und den ganzen Körper dabei einsetzt. Die Augen bewegen sich immer noch so viel wie möglich, bis zu den äussersten Rändern Deines Gesichtsfeldes.
Wenn Du willst, kannst Du dabei Musik hören. Am besten wäre Musik im 3/4-Takt. Mann kann dazu auch mitsingen oder mitsummen.
Mach’ zum Schluss die Bewegungen bzw. die Acht kleiner und kleiner, so dass am Ende Dein Körper ganz still steht und nur noch Deine Augen den Bewegungen der Hände folgen.
Schliesse damit, dass Du einen Augenblick mit geschlossenen Augen stehen bleibst und dabei an das denkst, was Du gerade gemacht hast. Dreh’ also noch einmal 2-3 Achten in Gedanken bei geschlossenen Augen. Diese mentale, vorstellungsmässige Verankerung ist mindestens genauso wichtig wie die Übung selbst.
Diese Übung eignet sich immer dann, wenn Du glaubst, dass es „nicht mehr weiter geht“. Bei Blockaden, „Rückschlägen“, wenn die Würfe und das Fangen einmal nicht so gut gelingen sollten.
Warum die REHORULI-Übung 2 so überaus wichtig ist
Diese Übung ist zwar ohne Ball – und dennoch gehört sie zu den drei wichtigsten Übungen von allen REHORULI-Übungen! Das Zeichnen der liegenden Acht hat sowohl eine praktische als auch eine symbolische Bedeutung. Jedes Mal, wenn Du diese Übung machst, bei der Du die Augen und den ganzen Körper in Bewegung setzt, sind auch Deine beiden Gehirnhälften aktiv einbezogen. Beide Augen und Körperhälften sind aktiv und Du kreuzt die Mittellinie Deines Körpers. Dabei wird das „Corpus callosum“, der „Balken“ in Deinem Gehirn aktiviert, der mit seinen 200 Millionen Nervensträngen die Verbindung zwischen Deiner rechten und Deiner linken Gehirnhälfte bildet. Indem Du Dich bewegst, indem Du das, was Du fühlst, beschreibst und indem Du handelst, benutzt Du Deinen „Gehirn-Balken“ und förderst damit dessen Weiterentwicklung.
Wenn Du die oben beschriebenen Dinge tust, unterstützt Du die so genannte Myelinisierung der vielen Nervenstränge im Corpus callosum („Gehirn-Balken“). Das funktioniert deshalb so gut, weil die Nervenstränge einen besonderen Stoff absondern, Myelin, der sich wie eine isolierende Schicht um die Nervenstränge legt; dadurch kann ein Signal leichter von der einen Gehirnhälfte zur anderen übertragen werden, und deren Zusammenarbeit wird besser. Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass die „Leistungs-Geschwindigkeit“ bis zu zweihundertmal höher ist, wenn diese Myelinisierung stattgefunden hat. Dann wird – einfach gesagt – die eine Seite des Körpers immer besser wissen, was die andere tut. Das gilt sowohl für die beiden Körperhälften als auch für die beiden Gehirnhälften. Und genau diese Unterstützung – dieser „Support“ ist für das Jonglieren von unschätzbarem Wert.
Wenn also mal eine Übung so gar nicht gelingen will, oder andere Gründe für „Unruhe in Körper oder Geist“ vorherrschen – dann ist die „Liegende Acht“ eine hervorragende Übung beide Körper- und Gehirnhälften neu zu aktivieren bzw. neu „aufzuladen“.
Die Liegende Acht wird seit vielen Jahrzehnten als Augenübung angewandt. Durch die Bewegung der Augen werden die Sichtfelder des rechten und des linken Auges gleich stark aktiviert, wodurch das Ordnen und Koordinieren der optischen Eindrücke in der Regel leichter fällt. Das ist genau das, was wir natürlich auch für das Jonglieren dringend brauchen.
Zurück zur Übung 01
Zur nächsten Übung 03
“REHORULI - Jonglieren lernen mit Erfolgsgarantie” mit allen Wurf- und Fangübungen und wichtigen Tipps , ist als Buch (140 Seiten, 170 Illustrationen, ISBN 3-8334-3131-8 (Preis: € 14,90) und Video-CD-ROM (Preis € 15,00) erschienen. Hier geht’s zur Bestellseite für Buch, CD-ROM und/oder Jonglierbälle.
|